Gründung, Findung und Rahmenprogramme (1912 – 1919)

Dieser Bericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vieles kann auch detailliert in den bereits erschienenen Vereinschroniken (40, 50, 60, 75, 90 und 100 Jahre HCL) nachgelesen werden.

Als Gründungstag ist der 23. März 1912 ausgewiesen. 17 Gründungsmitglieder listet das Protokollbuch aus. Schon ein halbes Jahr zuvor war ein erfolgloser Versuch gestartet worden, um den Hockeysport in Ludwigsburg zu etablieren.

Als erster Spielleiter konnte durch Vermittlung vom Realschullehrer Bunz Prof. Weinmann gewonnen werden, der bereits durch längere Praxis eine ausgereifte Technik im Spiel vorweisen konnte. Außerdem lud man angesehene Persönlichkeiten ein, aber nur Oberreallehrer Dr. Bauer vom Ludwigsburger Gymnasium erschien, um einen Vortrag über den Hockeysport (natürlich in der Auffaßung der damaligen Zeit) zu halten. Schon damals lief also eine erfolgreiche Vereinsarbeit anfangs nur über den „Weg Schule“.

Zu Beginn nannte sich der Club zeitgemäß „Freundschaftsbund Hockey“. Den Namen 1. Hockeyclub Ludwigsburg nahm der Verein schon kurz Zeit später an. Natürlich mussten Statuten aufgestellt werden. Und was wäre ein Sportclub ohne Vereinswappen und Mitgliedsausweise?

Mitglieder-Karte und HCL Wappen

Mitglieder-Karte und HCL Wappen

Ein weiterer wichtiger Punkt konnte mit der Wahl eines Sportplatzes ebenfalls rasch gelöst werden. Über den Gemeinderat bei der Stadtökonomieverwaltung konnte eine Genehmigung zur Benutzung der „Planie“ jeweils an Donnerstag- und Samstagabenden erwirkt werden. Die Planie ist heute ein Teil des Blühenden Barocks.

Sportkleidung war nicht selbstverständlich. Einige Mitglieder hatten eine „gewiße Abscheu“ gegen eine einheitliche Spielkleidung. Schließlich wurde aber doch die Anschaffung einer einheitlichen Sportbekleidung in Erwägung gezogen.

Bereits am 17. Mai 1912 fand ein erstes offizielles Wettkampfspiel statt. Gegner war der Kraftsportverein Stuttgart. Das Spiel endete übrigens mit 0:0 Toren.

Aufruf zur Gründung einer „Damenriege“ 1912 und Anzeigen aus der Ludwigsburger Zeitung 1912

Aufruf zur Gründung einer „Damenriege“ 1912 und Anzeigen aus der Ludwigsburger Zeitung 1912

Freizügig für damalige Zeiten war im Gründungsjahr 1912 ein Vermerk des Schriftführers, wonach Dr. Bauer ein Zusammenspiel mit den Damen der höheren Töchterschule, die den gleichen Sport huldigten, für möglich hielt.

Der Spielbetrieb war zu den Gründerzeiten noch bescheiden. Auch wurde der Sport nicht so ernst genommen, sonst wären zwei nachfolgende Anzeigen in der damaligen Ludwigsburger Zeitung nicht erschienen:

Geselligkeit wurde in der damaligen Zeit groß geschrieben. Das Programm des 1. Stiftungsfestes ist in mehreren Exemplaren erhalten geblieben.

1. Stiftungsfest 1913

1. Stiftungsfest 1913

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges kam das Clubleben zum Erliegen. Erst im Jahr 1919 wurde der Versuch unternommen, das Clubleben wieder in Gang zu bringen. Doch mangels Platz musste man dem VFB Ludwigsburg beitreten. Das erste öffentliche Auftreten war am 28.08.1919. Es war wohl kaum mehr als ein Trainingspiel zwischen der I. und II. Mannschaft.

Im September 1919 wurden wieder offizielle Wettkampfspiele ausgetragen. Gegner waren diesmal die Stuttgarter Kickers. Das Spiel endete mit 1:1 Toren. Zahlreiche Zuschauer verhalfen zu einem Eintrittsgeld von 100, – Mark wie ein früher Chronist stolz vermerkte.

Was sonst noch in den Jahren 1912 bis 1919 von Bedeutung war:
Stundenlohn Arbeiter 0,66 Mark 10 kg Kartoffeln 3,30 Mark (Angaben Stand 1913)
1 kg Fleisch 3,00 Mark Rekorde: 100 m 13,1 sec Nina Popowa (Rus) 1913