Kriegsjahre und Wiederaufbau, Abonnement auf die Meisterschaft (1940 – 1959)

1939 wurde bereits von den Vorboten des 2. Weltkrieges u╠łberschattet. Viele Sportler wurden in der Folgezeit zum Milita╠łrdienst eingezogen. Dennoch konnte der Sportbetrieb bis in das Jahr 1944 erfolgreich aufrechterhalten werden. Das galt insbesondere fu╠łr den Jugendbereich, deren Anfa╠łnge ins Jahr 1938 zuru╠łckreichten. 1941 endete der Spielbetrieb der Aktiven vorla╠łufig, so dass nur noch die Jugend einen Spielbetrieb durchfu╠łhrte. Diese konnten trotz der Not der Zeit Erfolge aufweisen, wie z. B. 1942 und 1944 mit dem Erringen der Wu╠łrttembergischen Meisterschaft.

Zahlreiche Spieler standen wa╠łhrend der Kriegszeit in der wu╠łrttembergischen Auswahl. Selbst 1944 wurden noch Spiele in Leipzig um die deutsche Jugendmeisterschaft ausgetragen. 9 Spieler der Sp.Vgg 1907 Ludwigsburg waren dabei.

1945 war der zweite Weltkrieg zu Ende. Doch trotz vieler Sorgen im Alltag gab es einige Unermu╠łdliche, die aus den Tru╠łmmern neues Leben erwecken wollten. Bereits im September 1945 stand wieder eine 1. Herrenmannschaft auf dem Feld.

1946, die Zeiten normalisierten sich langsam und das galt auch fu╠łr den Spielverkehr. Verbandsspiele in ÔÇ×einfacher RundeÔÇť gegen wu╠łrttembergische Vereine wurden durchgefu╠łhrt. Die Abteilung wuchs schnell wieder auf u╠łber 50 Mitglieder an. Eine zweite Mannschaft wurde aufgestellt, eine Damenmannschaft formierte sich und eine Jugendmannschaft konnte zusammengebracht werden.

1947 ist die Teilnahme mit 3 Mannschaften am 1. Gmu╠łnder Hallenturnier zu erwa╠łhnen. Die Spiele dauerten 7,5 Minuten und wurden mit jeweils 5 Spielern durchgefu╠łhrt. U╠łberraschend wurde die 2. Mannschaft Turniersieger.

1949 gab es dann sogar internationalen Sportbetrieb zu verzeichnen. Dank der perso╠łnlichen Beziehungen des zweiten Vorsitzenden Philipp Weyrich war es gelungen, einen Schweizer Club an Pfingsten nach Ludwigsburg einzuladen. Der HC Olten, in seiner Heimat zu den fu╠łhrenden Hockeyvereinen za╠łhlend, reiste mit einer ca. 30 Mann starken Expedition an. Die Schweizer Flagge wehte u╠łber dem Stadion. Ca. 3000 bis 4000 Zuschauer sowie geladene Prominenz feierten die Spieler und sahen ein Spiel der besonderen Qualita╠łt. Der gesellschaftliche Rahmen, gro├čzu╠łgig von der Stadt Ludwigsburg unterstu╠łtzt, konnte sich sehen lassen.

1. Mannschaft 1949 (stehend: Joos, R. Bu╠łhler, Kranich II, Kranich I, E. Bu╠łhler, Buhl knieend: A. Stahl, S. Wu╠łrch, Tra╠łnkle, Gaiser, Eberle)

1. Mannschaft 1949 (stehend: Joos, R. Bu╠łhler, Kranich II, Kranich I, E. Bu╠łhler, Buhl knieend: A. Stahl, S. Wu╠łrch, Tra╠łnkle, Gaiser, Eberle)

Kurz darauf verlie├č die Hockeyabteilung den Hauptverein SpVgg 07 Ludwigsburg wegen grundsa╠łtzlicher Meinungsverschiedenheiten. Man erinnerte sich an das Jahr 1912 und wieder wurde ein eigener Hockeyverein gegru╠łndet. Diesmal wurde der noch heute gu╠łltige Name ÔÇ×Hockeyclub Ludwigsburg 1912ÔÇť gewa╠łhlt.

1950 wurde dem HC Olten ein Gegenbesuch abgestattet. Der Ausgang der Spiele war nebensa╠łchlich, im Vordergrund standen die gro├čzu╠łgige Gastfreundschaft der Menschen in Olten. Der HCL war dabei nebenbei der erste deutsche Hockeyverein, der in die Schweiz reisen durfte.

Besuch in Olten 1950

Besuch in Olten 1950

Ostern 1951 veranstaltete der HCL ein erstes Jugendturnier. Mannschaften aus Bayern, Baden und Wu╠łrttemberg waren angereist. Die Damen unternahmen ihre erste Auslandsreise in die Schweiz nach Luzern. Auch die Damen erlebten unvergessliche Tage in der Schweiz.

1952 konnte das 40ja╠łhrige Jubila╠łum gefeiert werden. Der Festakt fand leicht verspa╠łtet zum Gru╠łndungstag erst Anfang Mai / Juni im Bahnhotel statt. Aber es gab noch etwas anderes zu feiern: Am 16.03.1952 errang die 1. Herrenmannschaft zum ersten Mal die wu╠łrttembergische Feldmeisterschaft gegen die TSG Ulm. In der anschlie├čenden Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft wurde alles getan (Vierr als tech. Leiter, A. Wu╠łrch als Trainer), um die Mannschaft auf ÔÇ×VordermannÔÇť zu bringen. Doch bei den Spielen um die Deutsche Meisterschaft schied man bereits im ersten Spiel gegen den elffachen bayrischen Meister HC Wacker Mu╠łnchen mit 0:3 Toren aus.

Feldmeisterschaft 1952 und 1954

Feldmeisterschaft 1952 und 1954

Zwei Jahrzehnte lang sollte der HCL an der Spitze des wu╠łrttembergischen Hockey stehen. Von 1952 bis zur Einfu╠łhrung der Bundesliga im Jahr 1969 konnten zahlreiche Meistertitel (sowohl Feld als auch spa╠łter in der Halle) errungen werden. Man sprach von einem Abonnementmeister und z├Ąhlte in diesen Jahren zahlreiche Titel:

14 Wu╠łrttembergische Feldmeisterschaften
1 Deutsche Vize-Meisterschaft 1962
1 Su╠łddeutsche Meisterschaft 1964

Zu Beginn des Jahres 1954 organisierte der HCL sein erstes Hallenturnier für die Jugend. Dieses Turnier hat auch heute seinen festen Platz im Terminkalender des HCL und anderer Sportvereine. Bis zu 350  jugendliche Spieler waren zu Gast beim HCL.

Die Trainingsbedingungen waren allerdings alles andere als optimal. Das Hallentraining im Winter 1954/ 1955 konnte nur provisorisch in einem Raum unter der Tribu╠łne im Stadion durchgefu╠łhrt werden. Trotzdem gab es bei diversen Hallenturnieren Achtungserfolge zu verzeichnen.

Die Damenmannschaft versuchte der Herrenmannschaft, die 1953 ihren Feldtitel erfolgreich verteidigen konnte, nachzueifern. Diese Bemu╠łhungen wurden am 03.04.1954 mit dem erstmaligen Erringen der wu╠łrttembergischen Meisterschaft belohnt. Dies sogar ohne Punktverlust.

Bei den Vorrundenspielen um die Deutsche Meisterschaft schieden die Damen dann gegen den Hessenmeister Eintracht Wiesbaden mit 1:2 Toren aus.

In den Silberschild-, Eichenschild- und Franz-Schmitz- Mannschaften standen inzwischen zahlreiche Spielerrinnen und Spieler des HCL. Genannt seien hier nur die Gebr├╝der Kranich, Frau Tra╠łnkle, Lore Kranich, Rose Schmidt und die Junioren Buck und Fegert. 1955 wanderte der Eichenschild nach W├╝rttemberg.

Eichenschild 1955; Rose Schmidt, Lore Deeg-Kranich, Analiese Tra╠łnkle

Eichenschild 1955; Rose Schmidt, Lore Deeg-Kranich, Analiese Tra╠łnkle

Im Winter 1955 / 1956 wurden erstmals in Wu╠łrttemberg Hallenmeisterschaften ausgetragen. Den HCL-Damen gelang auf Anhieb die 1. Hallenmeisterschaft. Die Herren mussten sich nach einer Niederlage im Endspiel gegen die Stuttgarter Kickers mit dem Vizetitel begnu╠łgen.

Auch 1956 wurde noch immer auf dem Hartplatz gespielt, was mit den Worten Steine, Staub als lebensgefa╠łhrlich umschrieben wurde. Heute ist dies nicht mehr vorstellbar. Doch bis zu einem Rasenplatz sollten noch einige Jahre ins Land gehen.

1957 wurde die 1. Herrenmannschaft stark verju╠łngt. Noch heute bekannte Namen wie Pit Kranich und Charly Herkommer standen auf dem Spielfeld. 1958 konnte erstmals ein geordnetes Hallentraining durchgefu╠łhrt werden.

Was sonst noch in den Jahren 1940 bis 1959 von Bedeutung war:
Stundenlohn Arbeiter 1,96 DM 10 kg Kartoffeln 2,14 DM (Angaben Stand 1955)
1 kg Fleisch 5,01 DM 1954: Deutschland ist zum 1. Mal Fu├čballweltmeister